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Surfen in China! PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 22. März 2009 um 17:35 Uhr
Surfen in China!
Das Internet in China ist langsam, und viele Seiten sind vom Staat gesperrt. Wer aber nun dennoch wissen möchte, wie sich das anfühlt, der kann das nun mit einer Erweiterung für den Firefox-Browser mal ausprobieren.
In China wird genau kontrolliert, was heimische Surfer im Web sehen dürfen, denn man kann sich dort nicht frei im Internet bewegen.
Viele Internetseiten, die dem Staat nicht passen, werden einfach gesperrt. Für diese Zensur sind über 30.000 Angestellte zuständig, die diese "große Firewall" am Leben erhalten.

So sind z. B. Internet-Seiten wie "tibet.com" im Reich der Mitte nicht abrufbar, denn Themen wie das Streben Tibets nach Unabhängigkeit, Berichte über Polizeibrutalität oder Systemkritik hält der Staat mit aller Macht von seinen Bürgern fern.
Technisch realisiert wird dies über ein umfangreiches Filtersystem. Selbst Google und andere US-Unternehmen beugen sich der Regierung und betreiben eine Art Selbstzensur.

Wie sich das im Alltag konkret anfühlt, kann man im freien Westen nur sehr schwer nachvollziehen.

Jetzt gibt es aber eine Möglichkeit, genau das auch einmal am heimischen Rechner auszuprobieren.

Der Medienkunststudent und Internet-Aktivist -Tobias Leingruber- hat zusammen dem amerikanischen Künsterkollektiv fffff.at-Lab das China-Channel-Plug-in für den Internetbrowser Firefox programmiert.

Wird dieses vom Nutzer aktiviert, dann surft man über einen chinesischen Proxy-Server - und das hat fatale Auswirkungen:

Das Aufrufen von einzelnen Seiten wird zur Geduldsprobe und viele Internet-Seiten sind mit der Meldung "Connection Interrupted" einfach gesperrt.

Nur zum Spaß haben die Künstler das Plug-in aber nicht programmiert, denn sie wollen damit vor allem auf die Bevormundung durch die chinesische Regierung aufmerksam machen.
Parallel zur Veröffentlichung des Plug-ins findet in Hongkong eine Ausstellung zum selben Thema statt.

Bei der "Web-2.0-Installation" werden 2 Computer über ein und dieselbe Maus und Tastatur gesteuert.
Der eine ist mit dem Internet in Hongkong verbunden und der andere mit dem Haupt-Internet aus China.

Weil das Internet in Hongkong weniger zensiert wird, kann man so auf einen Blick feststellen, wie stark die Zensur eingreift.

 

 
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