Gedanken und Zahlen zum Thema Mietpreisexplosion bzw. Wohnungsnot.

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Heute wollen wir uns mal etwas ausführlicher mit dem Thema Wohnen beschäftigen, denn auch an der ganzen Diskussion um Wohnungsnot, Mietpreisexplosion usw. kann man sehr leicht erkennen, wie fertig der ganze Laden inzwischen ist und wie künstlich – oder warum auch immer – an vielen entscheidenden Fakten vorbei diskutiert wird. Der Treiber der Preise ist doch hauptsächlich die Nachfrage, denn es wird ja nur dann teurer, wenn sich 1. ständig mehr Menschen an einem Ort X um Wohnraum bemühen bzw. bewerben und 2. die höheren Preise auch bezahlt werden ( können ). Wie sieht es denn mit folgender Frage bzw. Überlegung aus? Warum wohnen denn da – wo es besonders teuer ist und angeblich immer teurer wird – immer noch so viele, obwohl es ja ständig heisst, dass man es sich angeblich nicht mehr leisten könne? Es muss aber doch irgendeinen Grund haben, warum die ständig anziehenden Preise dennoch bezahlt werden, genauso wie es für jeden Immobilien-Käufer ja auch einen Ver-Käufer geben muss. Auf vielen anderen Baustellen ist es genau dasselbe Spielchen. Man jammert zwar, dass das neue Smartphone, Eintrittskarten usw. so teuer wären – kauft sie aber dann doch. Bei Aktien hört man oftmals ähnliches, wenn es heisst – es würde einen Run auf den Aktienmarkt geben. Ja was, wie? Es können auch da nur soviele Aktien gekauft werden wie sich zum Preis X Verkäufer finden. Und wenn jemand zusätzlichen Wohnraum schafft oder Immobilien zum Vermieten baut, dann müssen die zusätzlichen Leute ( die dann die Mieten zahlen ) doch auch irgendwoher kommen oder nicht?? Ohne diesen Nachfrageanstieg – woher der auch mit herkommt erklären wir später – würden auch die niedrigen Zinsen nichts helfen, denn wer baut oder kauft schon eine Immobilie zu immer höheren Preisen, wenn in der Folge keinerlei Rendite zu erwarten ist? Was natürlich neben der Demografie und anderen Wanderungsbewegungen noch eine Rolle spielt ist die Entwicklung der Nachfrage nach Wohnraum je Person oder anders formuliert: Steigt die pro Person bewohnte Fläche in qm, dann zieht in der Summe auch die Nachfrage nach Wohnraum für den Fall nach oben, dass die Einwohnerzahl gleicht bleibt oder sogar leicht fällt.

Kommen wir nun zu den einzelnen Punkten:

Die demographische Entwicklung in Deutschland selber gibt den Anstieg der Immobilien- und Mietpreise wohl eher nicht her, denn wie Sie der nachfolgenden Grafik entnehmen können liegen die Sterberaten seit etwa 20 Jahren deutlich über den Geburtenzahlen.

Anzahl der Geburten und der Sterbefälle in Deutschland in den Jahren von 1950 bis 2017

Die im Schnitt etwa 150.000 mehr Sterbefälle als Geburten seit dem Jahr 2000 sind schon eine Hausnummer und in den Jahren 2011, 2012, und 2013 waren es sogar etwa 200.000 „negative Differenz“.

Schaut man sich mal den nächsten Link Aktuelle Wanderungszahlen für 2015 bis 2017 an, sieht man unter dem Chart ( also bei den ausführlichen Zahlen zu 2015, 2016 und 2017 ) was hier gelaufen ist und welche Größenordnung das hatte. Wenn ich in einem einzigen Jahr – obendrein ja auch noch völlig überraschend – einen Wanderungssaldo von 1,14 Millionen habe (2015), im Jahr danach nochmal 500.000 und 2017 wieder deutlich über 400.000 Personen, dann darf ich mich doch nicht wundern, dass es mit dem Wohnraum knapp wird und die Mieten explodieren. Das hat zunächst mal rein garnichts mit richtig oder falsch, gut oder schlecht, sozial oder egoistisch usw… zu tun. Es geht da zuerst nur mal darum die ganzen Folgen dessen abzuschätzen und zu tragen, was man tut, zulässt oder wozu man sich verpflichtet fühlt. Dazu kommt dann ja auch noch der seit Jahrzehnten ständig steigende Wohnraumbedarf pro Person, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Tabelle: Wohnfläche je Einwohner – Quadratmeter

Der Anstieg der genutzten Wohnfläche je Person von 35 qm im Schnitt ( aus den Jahren 1990 oder 1991 ) auf über 46 qm je Person ab 2011 beudeutet ein Plus von 30% binnen etwas mehr als 2 Jahrzehnten!!! Das ist sehr wohl eine Hausnummer, die nicht ohne ist und natürlich mit dazu beigetragen hat, dass die vorher erwähnte „Entlastung“ von Seiten der Demografie nicht so durchschlagen konnte, wie das zu erwarten wäre oder war. Was nutzt denn das ganze Gejammer, wenn man bei einer Sicht auf die Zahlen feststellen muss, dass sich die Leute statistisch betrachtet immer mehr Wohnraum leisten oder scheinbar auch leisten können. Nicht alle klar, aber die Grundtendenzen sind doch nicht zu leugnen.
Wo ist denn da der Verzicht? Wo ist da die Schmerzgrenze? Ein wichtiger Punkt, den man nicht vergessen sollte ist an der Stelle sicherlich auch die Zunahme der Single-Haushalte, denn die bewohnte Fläche pro Person fällt ja umso geringer aus, je größer die Familien, WGs oder sonstwas sind. Die nachfolgende Grafik unterstreicht das mit einem Anstieg der 1-Personen-Haushalte von 1991 bis 2017 um fast genau 50%. 50% mehr Single-Haushalte in 26 Jahren??? Da verändert sich doch eine Gesellschaft massivst.

Anzahl der Einpersonenhaushalte in Deutschland von 1991 bis 2017 (in 1.000)

Die End-Auswirkungen sind also im Grunde ein Mix aus verschiedenen Faktoren, Zahlen und Zusammenhängen, wobei man sich doch auch mal fragen müsste, warum kaum jemand die Auswirkungen der Flüchtlingskrise seit 2015 hier mit in die Diskussion einbringen möchte? Oder darf man das schon nicht mehr ansprechen? Warum? Weil es gewissen Leuten oder Gruppen etwa nicht in den Kram oder in die moralisch vorbetonierte Traumwelt passt, dass sich JEDE Nachfrage am Markt auswirkt und nicht nur diejenige, die sich gut anhört und wo sich niemand angegriffen fühlt? Wie man den Links bzw. Zahlen zu dem Thema entnehmen kann ist zwar auch der Wanderungssaldo aus Rumänien, Bulgarien oder Polen nach Deutschland seit Jahren positiv, aber – und jetzt kommt das große ABER: Zum einen sind diese Bewegungen viel konstanter bzw. auch besser planbar – als das was 2015 und 2016 passiert ist – und außerdem kommen hier viele ja nur dann bzw. deswegen, weil sie in Deutschland relativ schnell Aussicht auf Beschäftigung haben und zwar vor allem in den Bereichen – in denen dringendst Leute gesucht werden. Das geht von der Landwirtschaft oder dem Bau über das Handwerk bis hin zur Industrie usw…. Einen Bereich hätte es ohne genau diese Zuwanderung – vor allem aus den östlichen EU-Staaten – wohl schon lange zerrisssen und das ist wohl der ganze Krankenhaus- und Pflegesektor.
Es ist daher aus unserer Sicht schon richtig, dass die Zuwanderung einen extrem positiven Effekt für Deutschland hat und im Hinblick auf die Demografie Deutschlands fast schon unverzichtbar ist – um viele Aufgaben auch in Zukunft noch in der gewohnten Art und Weise auf Dauer bewältigen zu können. Entscheidend ist an der Stelle aber auch mit WER kommt und WARUM jemand kommt? Und genau an dem Punkt scheinen viele die Realitäten nicht mehr wahrnehmen zu wollen. Zuwanderung ist doch nicht gleich Zuwanderung – oder darf man auch das so schon nicht mehr sagen, weil man das lieber im Zuge des ganzen „Gleichmach-Wischi-Waschi“ verschweigen oder untergehen lassen möchte? Liegt nicht auch genau da ein ganz gewaltiges Problem? Ist ein Land nicht komplett am Ende, wenn man schon sofort in der rechten oder populistischen Ecke steht, nur weil man mal ganz vorsichtig den Unterscheid zwischen einer zugewanderten, rumänischen, polnischen oder bulgarischen Pflegekraft in einem Altenheim und einem mehrfach straffällig gewordenen, abgelehnten und kriminellen ……….. zu erklären versucht?? Ist man da nicht sofort weg vom Fenster und kann einpacken, weil ja angeblich alle gleich wären und es da ja überhaupt keinerlei Unterschied geben würde??
Ja – so fertig ist Deutschland! Kein Wunder, dass immer mehr Leistungsträger, die durchblicken und flexibel genug aufgestellt sind, die Koffer packen und gehen, denn wie soll das noch gut enden, irgendwann, irgendwie?

Was die Angebotsseite bei der Entstehung von Wohnraum angeht bringen zwar die niedrigen Zinsen eine massive Entlastung, aber auch das hilft nichts, wenn das Bauen auf der anderen Seite immer teurer wird wegen steigender Ansprüche, ständig mehr Vorgaben oder auch deswegen, weil die Baufirmen im Zuge des Booms wesentlich mehr für Ihre Tätigkeiten verlangen können – als das noch früher der Fall war!

Fazit: Man kann beim Thema Mietpreise und Mietpreisexplosion wohl keiner einzelnen Gruppe, Institution oder Entwicklung die Alleinschuld geben oder jemand im Speziellen den schwarzen Peter zuschieben. Vielmehr ist es ein Mix aus niedrigen Zinsen, extremer Zuwanderung und eben auch dem stetigen Anstieg des Wohnraumbedarfes pro Person im Schnitt. Deutschland bekommt also auch hier genau das – was man bestellt und damit verdient hat – was sonst?? Logische Folge: Da keine realitätsbezogene Diskussion oder echte Ursachenanalyse erfolgt – wird und kann man auch keine konkrete Lösungen finden. Die Lösung, ein Aufwachen oder auch einen Realitäsbezug kann wohl nur noch ein Crash oder ein kompletter Zusammenbruch des Systems bringen. Wenn aber so einer Gesellscht mal die Quittung für das ganze, jahrelange, realitätsfremde Geschauspielere, Geträume und Schön-Gelabere präsentiert wird, dann möchte ich besser nicht in der Nähe sein!!!

Hoppla:

Fast hätten wir noch ein Argument vergessen, das man im Zusammenhang mit den Mietpreisexplosionen oder den Immobilienpreisanstiegen bei Diskussionen im TV, im Radio, in den Zeitungen oder auch im Internet immer wieder sehr gerne bringt, weil es so unverfänglich, abstrakt und scheinbar weit weg ist: Die Rede ist von den „internationalen Finanzströmen“, den Großinvestoren und vom Anlagenotstand der Superreichen!!! Gegenfrage: Wo haben die denn das Geld dafür her, wenn nicht entweder selber verdient oder eben von Leuten zur Anlage zur Verfügung gestellt bekommen??? Und jetzt wird es besonders unangenehm – weil ehrlich, denn wir sind mal wieder beim Konsum!! Wer Geld ausgibt und es somit an andere weiterleitet, der darf sich nicht wundern, wenn dann eben dort mit dem Geld gewirtschaften und sogar zu einem selber direkt in Konkurrenz getreten wird, egal ob es um Immobilien, Aktien oder sonstwas geht. Wenn man jemandem vorwirft, dass er mit seinem Geld Dinge im Preis treibt, dann sollte man sich vorher mal fragen – woher das Geld dafür überhaupt ist und dann wird sehr schnell zu der Erkenntnis kommen, dass man mit seinem eigenen Konsumverhalten oftmals mit dazu beiträgt, dass andere Geld haben und man selber eben nicht!!! Wenn man mit dem Verkauf hochpreisiger Smartphones oder dem Gründen von sozialen Netzwerken usw… …….. ein 3-stelliges Milliardenvermögen anhäufen kann – und das auch noch binnen relativ kurzer Zeit – dann frag ich mich ob die Gesellschaft, die das nutzt oder kauft etwas anderes verdient hat – als eben genau das was aktuell abgeht? Ist es mit den Milliardenmärkten rund um Fingernagelstudios, Tattoos oder Piercings nicht ähnlich? Früher hat man über Generationen hinweg keinen einzigen Cent für Tattoos oder Piercings ausgegeben und die Fingernägel wurden eben einfach nur regelmässig geschnitten. Heute macht man daraus sogar eigene Wissenschaften und setzt damit Milliarden um. Die mieten für ihre Geschäfte auch wieder Flächen an, bezahlen Geld dafür und sorgen damit ebenfalls für zusätzliche Nachfrage nach Raum, der so früher nicht benötigt wurde. Das ist zwar nur ein kleines Beispiel, aber es zeigt wie es läuft. Genauso ist es mit dem Auftreten oder der Macht der Banken: Woher haben die denn die Billionen??? Von den Anlegern, also braucht sich doch von den ganzen Leuten niemand darüber beschweren, wie und wo andere mit dem eigenen Geld unterwegs sind!!! Die Welt ist sowas von gerecht – schier unfassbar!!!

Man darf an der Stelle nicht vergessen zu erwähnen, dass es sicher auch viele gibt, die plötzlich, unerwartet und völlig unverschuldet auf dem Gebiet, also was das Wohnen angeht, in eine Notlage geraten und von den eben genannten Entwicklungen sogar existenziell bedroht sind. Um diese Leute und deren Probleme muss man sich natürlich kümmern – keine Frage. Ich denke aber schon, dass die Punkte – die wir eben genannt und ja auch mit vielen Zahlen untermauert haben – einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass es genau so läuft, wie es eben läuft. Man sollte außerdem – bei dem was man sich selber leistet oder an sozialer Einstellung zeigen möchte – mit bedenken, wie sich das auf die eigenen Leute auswirkt, die schon lange hier leben, die den Laden mittragen und eben nicht soviel Spielraum haben – was die Ausgaben fürs Wohnen angeht. Man kommt an der Stelle leider nicht vorbei nochmal auf das einzugehen, was Trump gesagt hat:
Donald Trump droht mit Zuweisung von Migranten in Demokraten-Städte

Donald Trump droht mit Zuweisung von Migranten in Demokraten-Städte

Man kann davon zunächst halten was man will, aber die Kernaussage zur Herangehensweise an Probleme sollte man sich dennoch mal zu Gemüte führen: Warum sollten sich denn nicht öfter genau diejenigen um die Dinge kümmern, die sie auch bestellen oder eben so haben wollen? Regt Sie dieses ständige Gerede von „WIR“ nicht auch schon langsam auf, wenn damit fast immer nur „ANDERE“ gemeint sind? Ich denke, dass die Worte von Trump genau auf das abzielen. Was ist so falsch an dieser Herangehensweise? Warum kann man diesbezüglich in Deutschland mit der Wahrheit oder den echten Zusammenhängen so wenig anfangen? Weil man sich vielleicht zu einer in weiten Teilen verträumten, komplett realitätsfremden, alles-schön-redenden Schauspielergesellschaft entwickelt hat?? Und wer steht nicht umsonst an der politischen Spitze, dieser „Wir-schaffen-das-Gesellschaft“?
Merkel würde selbst keine Flüchtlinge aufnehmen

Und für wen baut man Wohnungen?

Boris Palmer: Ich muss für Flüchtlinge Wohnungen bauen, nicht für Deutsche

Das ständige Wiederholen dieser völlig hoffnungslosen – aber aus unserer Sicht exakt den Kern treffenden Aussichten – hat übrigens eine extrem positive Nebenwirkung: Die Zugriffszahlen nehmen seit einigen Tagen wieder deutlich ab, weil es in der Dosis scheinbar einige auf Dauer etwas nervt . Sehr gut so! Das System braucht Verlierer und zwar möglichst viele und massive Verlierer. Wer die Wahrheit nicht hören will – der bzw. die braucht uns ja nicht zu lesen. Wir stehen schon immer auf dem Standpunkt, dass es 1. nur nur da Gewinner geben kann – wo es auf der anderen Seite auch Verlierer gibt – und sich 2. Auch NUR dann noch einige rechtzeitig vor dem Crash in Sicherheit bringen können, wenn bzw. so lange die Masse weiter schläft, träumt, im Hamsterrad läuft und nichts tut.

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